Die Aufgaben von Krisen

Wer an Kairos denkt, dem fallen wohl zuerst positive wesentliche Erfahrungen ein.  
Große Krisen dagegen scheinen üblicherweise zur falschen Zeit am falschen Ort aufzutreten.
 
Wir setzen auf einen Menschen – er verlässt uns.  Wir sehnen uns nach Begegnung und Erfüllung – und erstarren, wenn sie erscheint. Wir haben große Pläne – und  alle Verwirklichung scheitert. Wir glauben, dass alles gut läuft – und plötzlich fällt alles zusammen.
Die Formen dieser Veränderungen, die persönlichen und sozialen Hintergründe und Abgründe  können höchst verschieden sein.
 
Steigen wir allerdings tiefer in die Welt unserer Erfahrungen ein, dann verwandelt sich unser Bild.

Krisen konfrontieren uns mit einer wesentlichen Aufgabe:  
Gehe  den nächsten Schritt zu deiner Ganzheit.


Krisen fallen somit weder vom Himmel noch sind sie blinder Zufall. Sie dienen weder unserer Bestrafung noch sind sie Zeichen von großem Pech. Sie haben ihre ureigene innere Zeit, ihren Entfaltungsraum und ihre spezifisch menschliche Kraft.
 
So leuchten, bei tieferer Betrachtung des Kairos, durchaus innere Notwendigkeiten, befreiendes Verstehen und zukünftige Helligkeiten auf. Die Kunst dabei ist, in den Verwandlungen des Lebens die Wiederkehr und in der scheinbaren Wiederholung die Veränderung und den Fortschritt zu erkennen.

 

Foto: Geordanna Cordero auf unsplash

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