Unternehmenskultur – der größte Hebel für ein „gesundes Unternehmen“

Wenn es um Gesundheit im Unternehmen geht, wird zuerst die Ergonomie der Arbeitsplätze, der Eintritt ins Fitnessstudio, oder ein Gesundheitstag angedacht.

Die kostenlose Verteilung von Äpfeln in der Firma ist mit Sicherheit der Anfang für die Bewusstwerdung des Themas Gesundheit im Unternehmen. Alle Aktivitäten, die der Gesundheitsförderung dienen, sind zu begrüßen. Dennoch liegt die Wurzel und die Ursache für psychosomatische Erkrankungen, welche betriebsbedingt verursacht sind, in den meisten Fällen in der Unternehmenskultur begründet.

In einem Klima, in dem Angst und Misstrauen an der Tagesordnung sind, kann keine Beziehung auf lange Sicht gelingen. Dies gilt sowohl in Paarbeziehungen als auch in Beziehungen im Unternehmen.

Reduziert auf die kleinste Einheit sind Unternehmen Beziehungen. Beziehungen unter den Mitarbeitern, Beziehungen zum Chef, Beziehungen zu den Kunden, Lieferanten, Behörden, anderen Interessengruppen. Kurz um, unternehmerisch denken heißt, Beziehungen aufzubauen, zu pflegen und weiter zu entwickeln. Es ist also ein großes Augenmerk auf die Beziehungsqualität in einem Unternehmen zu legen. Dieses spiegelt sich insbesondere in der Unternehmenskultur wieder.

Nach meiner bisherigen Erkenntnis ist es so, dass zwei Drittel des Erfolgs eines Unternehmens an der Gestaltung dieser Kultur hängen. Sicherlich ist es so, dass die Kultur schwer zu fassen ist und auch nicht so einfach zu messen.

Heute jedoch können wir Beziehungen messen und mit  verschiedenen Interventionen das Klima entsprechend positiv beeinflussen.

In einem positiven Arbeitsklima gibt es ein Merkmal – der Grad des Vertrauens ist extrem hoch. Die Mitglieder der Organisation können sich ohne Konsequenzen trauen, ehrliche und offene Rückmeldung zu geben.

Fehlentwicklungen bezüglich Markt, Lieferanten, Mitarbeitern und Führungskräften, können somit rechtzeitig entdeckt und verändert werden.

In einem Klima, wo Menschen sich gegenseitig spüren, ist die Erkrankung aufgrund von betriebsbedingten Ursachen Mangelware. Es ist also nicht nur eine soziale Wohltat, sondern auch betriebswirtschaftliche Notwendigkeit, ein Arbeitsklima mit höchster Beziehungsqualität zu schaffen. Betriebswirtschaftliche Produktivitätsvorteile und eine Steigerung der Leistungsbereitschaft ergibt sich von selbst ,wenn man diesen Gedanken weiterspinnt.

Doch was ist notwendig, um ein Arbeitsklima zu schaffen, das geprägt ist von höchstem Vertrauen und Achtsamkeit.

Zunächst beginnt diese Entwicklung in jedem einzelnen Individuum. Der einzelne Mitarbeiter oder die einzelne Führungskraft muss die Zugehörigkeit zu einem Gesamtsystem spüren. Diese Bindung ergibt sich über die Sinnfrage, also was habe ich für einen Platz (Rolle), was trage ich zum Gesamtergebnis der Unternehmung bei, ergibt das für mich die Erfüllung meiner tiefsten Sehnsüchte. Schon das ist nicht leicht. Denn oft sind uns unsere inneren Antriebe und Bedürfnisse nicht bewusst. Wir spüren nur, irgendwie passt das oder jenes nicht mehr. Manchmal auch etwas, was sehr lange gut funktioniert hat.

Ich beobachte aktuell, dass verhältnismäßig viele lange bewährte Konzepte und Methoden nicht mehr greifen.

Es ist also notwendig, sich jeder einzelnen Person im Unternehmen zu widmen.  Dort gilt es zu ermitteln, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein vorhandenes Potenzial in die Umsetzung kommen kann. Das Potential alleine sagt bekanntlich nichts, es kommt immer auf die Umsetzung an.

Viele Restaurants in einer Stadt sind das Potential. Aber nicht zu jeder Zeit ist das für Kunden interessant. Um 18 Uhr, mit dem Lieblingsgericht Pizza, besteht eine Wahrscheinlichkeit, die vorgeschlagene Pizzeria einer Internetsuchmaschine anzunehmen.

Man könnte auch sagen, den Schatz, denn jede Person in sich trägt, zu heben. Es reicht also nicht, das Gesamtsystem durch Maßnahmen zu bewegen, sondern vielmehr hinunter zu steigen zu jedem einzelnen Teil dieser Organisation, also jedem Mitglied. Das bedeutet, jedes Mitglied dabei zu unterstützen, mit den eigenen Lebensthemen in Berührung zu kommen.

Der Einzelne entscheidet, ob er das Angebot annimmt und sich den Themen stellt oder nicht. Das ist klassische Persönlichkeitsentwicklung.

Ziel hierbei ist die ausgeglichene, in sich ruhende Persönlichkeit, die die Themen des äußeren nach innen nimmt und in ihren inneren Prozessen eine Lösung findet und dann wieder ins außen geht.

Der Ursprung allen Glücks einer Unternehmung liegt in den einzelnen Mitarbeitern. Nicht nur bei Führungskräften ist der Reifegrad einer Persönlichkeit von ausschlaggebender Natur.

Im zweiten Schritt ist die Frage, welche hemmenden und verstärkenden Wirkungen ergeben sich für die einzelnen Personen in der aktuellen Teamkonstellation und wie wird sich das verändern.

Die Art und Weise wie wir mit anderen in Beziehung gehen können, lässt Rückschlüsse auf unsere Bindungsfähigkeit und somit die empfangene Kraft zu.

Wie steuern wir nun diesen Prozess der persönlichen Entfaltung und auf der zweiten Ebene der Teamentfaltung hin zu dem, was optimaler Weise möglich ist?

Denn darin liegt das Geheimnis eines gesunden Unternehmens.

Wir haben Instrumente und Methoden entwickelt, um Interventionen maßgeschneidert, wegweisend und zielführend einzusetzen.

 Unternehmenskultur – der größte Hebel für ein „gesundes Unternehmen“