Kairos Wochenimpuls 47

Vertrauen

Das kleine Kind quietscht vor Vergnügen. Während der Papa es in die Luft schmeißt, weiß das Kind, dass er es auch wieder sicher auffangen wird. Es vertraut dem Papa, denn es hat gelernt ‚auf meinen Papa kann ich mich verlassen. Er macht, was er sagt‘.
Nun gibt es aber Menschen, den ist das Vertrauen völlig abhandengekommen oder sie haben es nie wirklich gehabt. Dann gibt es andere, die wollen gern vertrauen, aber sind trotzdem auch ganz schön von Zweifeln zerfressen. Diese Zweifel machen ihnen das Leben schwer. Es gilt, die Zweifler zu unterscheiden von Menschen, die etwas Neuem oder Fremdartigem gegenüber erst einmal etwas zögerlich sind, sich dem Neuen dann aber offen gegenüber zeigen.

Wie kommt es nun, dass einige Menschen so stark vertrauen und andere so gar nicht?
In der Kairologie sprechen wir von Ur-Kräften, die in den ersten vier Lebensphasen aufgebaut werden. Das Ur-Vertrauen bildet sich in der ersten Lebensphase, also von Zeugung bis ca. 6 Jahre. Dort erfährt der Säugling, dass jemand nach ihm schaut, wenn er schreit, dass die Mama kommt, wenn sie sagt, sie kommt und ihm zu essen gibt, wenn sie sagt, sie macht jetzt was zu essen. Das Kind erfährt idealerweise Liebe, in die es von der ganzen Familie eingehüllt wird – und zwar nicht nur heute, sondern auch morgen und übermorgen und überübermorgen auch. Sogar dann, wenn es mal so richtig bockig und unausstehlich ist.
Das Kind kann darauf vertrauen, dass es geborgen und gehegt ist. Es kann ein starkes Ur-Vertrauen bilden, das es durch sein ganzes Leben trägt.

Erfährt ein Kind hingegen diese vertrauensbildenden Verhaltensweisen nicht, ist sein Vertrauen nur sehr gering ausgebildet. Es hat nicht genug Kräfte, um später, als Erwachsener, anderen vertrauen zu können. Kairologische Studien haben ergeben, dass ein Kind, das in einer Situation allein zurückgelassen wurde, 64 Mal Verlässlichkeit erfahren muss, um diese eine negative Erfahrung kompensieren zu können.
Es ist leicht nachzuvollziehen, wie das bei Kindern aussieht, um die sich von ihren Eltern wenig gekümmert wird.

Nicht nur Erwachsenen gegenüber ist es daher wichtig, dass wir unser Wort halten und verlässlich sind. Kleinen Kindern gegenüber ist es umso prägender, haben sie doch sonst ein Leben lang daran zu knabbern.

Ein Leben ohne Vertrauen sieht ziemlich düster aus.
Umso mehr wünschen wir Ihnen, dass Sie genügend Ur-Kräfte in Ihren ersten Lebensphasen mitbekommen haben, um frei und offen durch die Welt zu gehen.
Wir vertrauen darauf, dass Sie mit Freude vertrauen können.
Denn das ist es, was wir Ihnen in dieser Woche von ganzem Herzen wünschen.

 

Text: Christina Broda
Foto: Lauren Lulu Taylor auf unsplash.com

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