Beruflicher Wiedereinstieg infrage gestellt

Frage: Frau K. (39 Jahre)

Ich möchte nach der Kinderpause wieder in meinen Beruf einsteigen. Nachdem man mit mir eine Potenzialanalyse durchgeführt hatte, sagte man mir: „Sie haben all die Fähigkeiten und Voraussetzungen, die wir für unsere Planstelle brauchen. Aber wir zögern, Sie zu nehmen“. Die Personalverantwortlichen meinten, sie wüssten nicht, ob ich mein Potenzial auch umsetzen würde, weil ich ja zwei Kinder hätte. Und die könnten krank werden. Und selbst, wenn die dann jemand anderes betreut, würde ich wohl doch immer in Gedanken bei den Kindern sein statt bei der Arbeit. Man hat mir wortwörtlich gesagt: „Vielleicht wollen Sie sogar noch ein weiteres Kind. Wir gönnen Ihnen das. Aber wir fragen uns natürlich: Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie tatsächlich das zum Einsatz bringen, was Sie an Potenzial haben?“  – Ich war irritiert. Was sagen Sie dazu?

 

Antwort des Kairos-Trainer-Teams:

Sehr geehrte Frau K.,

bitte haben Sie Verständnis, dass wir ohne genauere Kenntnis Ihres kompletten kairologischen Profils nur allgemein auf Ihr Anliegen eingehen können. Eine detaillierte Kairos-Analyse würde eine noch zutreffendere Antwort möglich machen. Aber auch so werden Sie schon einige Fakten für sich klären können.

Das Problem mit Potenzialanalysen aus unserer Sicht ist, dass sie nur ermitteln, welches Potenzial vorhanden ist, aber nicht – und das ist viel entscheidender – wie wir damit in Beziehung gehen. An einer 39-jährigen Mitarbeiterin interessiert einen Personalchef primär nicht, was sie alles kann und will, sondern welche Wahrscheinlichkeiten ihn in  den nächsten Jahren erwarten.

Potenzialanalysen sind zwar aufwendig, aber meistens wenig fruchtbar. Sie können uns Auskunft geben, was an Fähigkeiten vorhanden ist und dass in diesen Fähigkeiten tolle Kräfte stecken. Sie sagen uns aber nicht, wann und wie sie sich von selbst aktivieren. Das ist aber eine wichtige Frage! Was nützt ein Potenzial, das lebenslang brach liegt? Selbst ein Potenzialcoach kann bloß sagen: „Lass dich auf deine Potenziale ein! Dann wirst du diese oder jene Ziele erreichen“.

Was wir brauchen, ist ein Verständnis dafür, wie Potenziale zu realen Kräften werden, wann sie nicht nur möglicherweise, sondern wahrscheinlich wirken. Denn Potenziale werden doch erst dadurch interessant, dass man etwas über ihre Wahrscheinlichkeiten sagen kann. Wann wird wahrscheinlich das und das Potenzial aktiv – und damit für das Unternehmen fruchtbar?

Das ist der große Unterschied zwischen einer herkömmlichen Potenzialanalyse und der Kairologie. Die Kairologie kann entschlüsseln und damit erläutern, wie stark und von welcher Art die Kraft der Selbstentfaltung, der Resonanz und Durchsetzungskraft zu einer bestimmten Zeit ist. Zwischen unserem ‚Input‘ und unserem ‚Output‘ wirkt ein System menschlicher Entfaltungskräfte – unser ‚humanes Navigationssystem‘. Kairos ist gleichsam die Relaisstation zwischen diesem Beziehungsnetzwerk und dem aktuellen Zeitpunkt in einem Leben. Er kann daher im richtigen Moment jene Impulse geben, die jemanden optimal auf seiner Lebensfahrt steuern.

Auf den Punkt gebracht: die bisher üblichen Persönlichkeitstests unterscheiden sich von der Kairosanalyse wie die altbekannten Landkarten von einem modernen Navigationsgerät.

In Ihrem Fall hätte man dem Personalchef daher sofort sagen können: „Nehmen Sie diese Frau! Sie steht am Anfang einer sehr positiven Kairos-Lebensphase. Sie will neu aufbrechen und wird auf eine sehr vernünftige Weise ihre Ideen einbringen“.

Sie befinden sich kairologisch gerade am Anfang der Lebensphase 7. Diese steht unter der großen Überschrift ‚Projekte‘. Sie ist ideal für die Übernahme neuer Aufgaben. In Ihrem Alter geht es darum, das, was Sie wollen, ‚vernünftig‘ in der Welt zu begründen. Sie wollen nun die Welt mitgestalten und kraftvoll mitwirken. Ihre Kinder werden Ihnen weiterhin sehr wichtig sein, aber Ihre Arbeit wird darunter nicht leiden. Denn Sie wollen für den Erfolg der Aufgabe und auch für die Anerkennung Ihres Mitdenkens alle Kraft geben, also Ihr ganzes Potenzial.

Wenn Ihre künftigen Chefs diese Wahrscheinlichkeiten bezüglich Ihres Potenzials erkennen würden, wüssten sie, dass ihre Befürchtungen völlig überflüssig sind.

 

 

 Beruflicher Wiedereinstieg infrage gestellt